Monatsarchiv für April 2010

Selbst mit einer Rente und großem Vermögen ist eine

gute Pflege über Jahre hinweg kaum zu finanzieren

Betrachten wir hierzu das Beispiel der vollstationären Pflege noch einmal näher:

Der Pflegebedürftige in der Pflegstufe III hat eine Eigenleistung in Höhe von ca.2.000€ (ca.70 EUR pro Tag) monatlich zu Tragen – und das sind nur die verbleibenden Kosten des täglichen Lebens, Kosten die der Ehepartner weiterhin aufzubringen hat, wie z.B. Miete, Fahrtkosten der Angehörigen für Besuche im Pflegeheim etc.

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Pflegebedürftigen der Pflegestufe III beträgt ca. 5 bis 7 Jahre. Bei einem monatlichen Eigenanteil von 1.970 €® ergibt sich so über die Jahre ein Betrag von 141.840 € (6 Jahre).

Die Lösung

Private Vorsorge ist die einzige Alternative, um im Pflegefall abgesichert zu sein, wie die folgenden Beispiele deutlich machen:

Mann, 35 Jahre

Angenommener Eintritt der

Pflegebedürftigkeit                                                                75 Jahre

Durchschnittliche Lebenserwartung                                       6 Jahre

Beitragszahlung insgesamt                                                  46 Jahre

Beiträge für den Pflegegeldtarif

PET 70 EUR                                                                     9.737 EUR

Kosten der Pflege                                                         141.840 EUR

Ersparnis                                                                       132.103 EUR

Frau 35 Jahre

Angenommener Eintritt der

Pflegebedürftigkeit                                                                75 Jahre

Durchschnittliche Lebenserwartung                                       6 Jahre

Beitragszahlung insgesamt                                                  46 Jahre

Beiträge für den Pflegegeldtarif

PET 70 EUR                                                                   13.601 EUR

Kosten der Pflege                                                     141.840 EUR

___________________________________________________________________

Ersparnis                                                                    128,239 EUR

Die Zahlen belegen: Selbst bei einer Beitragszahlung über 46 Jahre Hinweg, können Sie über 100.000 EUR sparen.

Ob durch Krankheit oder einen Unfall – jeder kann plötzlich zum Pflegefall werden. Werden Die deshalb frühzeitig aktiv und sorgen Sie für finanzielle Sicherheit.

Maximal 1.510 EUR im Monat zahlt Ihnen die gesetzliche Pflegeversicherung. Eine Unterbringung im Pflegeheim kostet jedoch weit mehr als das doppelte. Extras, die Ihnen das leben erleichtern oder angenehmer machen, schlagen zusätzlich zu Buche. Deshalb kann es sinnvoll sein, eine zusätzliche private Pflegeversicherung abzuschießen.

Das Landgericht Koblenz hat mit Urteil vom 21. September 2009 entschieden (Az.: 2 T 570/09), dass ein Hilfsbedürftiger mit Betreuungsbedarf dazu verpflichtet sein kann, seine Lebensversicherung zu kündigen, um mit dem Rückkaufswert zumindest einen Teil der Betreuungskosten zu finanzieren.

 

Ein unter Betreuung stehender Mann hatte geklagt, der vom Sozialamt dazu aufgefordert worden war, seinen Lebensversicherungs-Vertrag zu kündigen. Das Amt verlangte den Rückkaufswert des Vertrages, womit der Kläger die bis dahin angefallenen Betreuungskosten in Höhe von 5.000 Euro zurückzahlen sollte.

Das Amts- und das Koblenzer Landgericht wiesen die Klage des Hilfsbedürftigen als unbegründet zurück.

Wenn der Rückkaufswert einer Lebensversicherung das sogenannte Schonvermögen übersteigt, dessen Freigrenze bei Empfängern von Sozialhilfe je nach Art der Hilfe 1.600 beziehungsweise 2.600 Euro beträgt, handelt es sich nach Ansicht des Gerichts um einzusetzendes Vermögen im Sinne des Betreuungsrechts.

Nur wenn es sich um eine staatlich geförderte Police (Riester-Rente) handelt, ist ein Lebensversicherungs-Vertrag vor behördlichem Zugriff geschützt. Die Kündigung einer Lebensversicherung kann ferner dann nicht verlangt werden, wenn das angesparte Vermögen des Vertrages unverzichtbar für eine angemessene Altersversorgung des Versicherten ist.

Das Gericht begründete, dass der Kläger jedoch über einen Anspruch auf eine monatliche Altersrente in Höhe von knapp 800 Euro. Da diese Rente oberhalb des Sozialhilferegelsatzes liegt, ist der Kläger nach Ansicht der Richter nicht auf seinen Lebensversicherungs-Vertrag angewiesen. Solange er sich nicht dazu bereit erklärt, seinen Versicherungsvertrag aufzulösen, hat der Kläger folglich keinen Anspruch darauf, auf Kosten der Staatskasse betreut zu werden.

Die Ergebnisse des neusten Test von Finanztest/Stiftung Warentest sind jetzt ca. eine Woche veröffentlicht. Ehemalige Testsieger wie die Barmenia oder CSS-Versicherung wurden bestätigt, neue Testsieger wie der Münchener Verein oder die Ergo-Direkt sind hinzu gekommen.

Ich habe bewusst die Ergo-Direkt und den Münchener Verein genannt, denn diese beiden Anbieter von Zahnzusatz-Versicherungen werden in den letzten Tagen verstärkt nachgefragt. Eine Momentaufnahme vielleicht, aber doch eine interessante Entwicklung.

Zeitlich bin ich noch nicht dazu gekommen, neue Testsieger mit den alten Testsieger direkt zu vergleichen. Dies möchte ich in den nächsten Tagen noch nachholen.

Für alle, die mehr Informationen bezüglich des Münchener Vereins mit seinen
Testsiegertarif 769+564 () bzw. dem Tarif ZAB+ZAE+ZBB der Ergo Direkt suchen, hier die dazu passenden Links:


ERGO Direkt Versicherungen

Anmerkung: ERGO-Direkt ist eine Direktversicherung. zur Zeit gibt es für mich als Makler keine Möglichkeit der Anbindung. Deshalb ist der o.a. Link ein Affilinet-Link.

Tarifunterlagen des Münchener-Vereins zu Select Care Zahn (beinhaltet auch den Testsiegertarif 769+564):

Info-PDF zu Select Care Zahn des Münchener Vereins

Zu den Unterlagen gelangen Sie einfach durch das Drücken auf das Bild.

Hier können Sie Zahnzusatztarife des Münchener Vereins direkt online abschließen

thobre

Tipps zur Altersvorsorge

  • Die Altersvorsorge will gut geplant sein. Eine solide Versorgungsanalyse und entsprechende Vorsicht sind geboten
  • Anbieterunabhängiger Rat ist Geld wert
  • Die Entscheidung für eine private Altersvorsorge sollte in Ruhe getroffen werden
  • Niemals einen Vertrag ohne ausreichende Bedenkzeit und Prüfung unterschrieben werden
  • Von Zeit zu Zeit ist eine erneute Prüfung der Versorgungslage sinnvoll

Diese Tipps stammen aus einer Broschüre der Verbraucherzentrale Hessen. Dazu noch meine persönliche Empfehlung:

  • Machen Sie auf jeden Fall eine ausführliche Vorsorgeanalyse.
  • Lassen Sie sich stets qualifiziert und unabhängig Beraten
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre bestehende Vorsorge
    Auf jeden Fall sollten Sie immer dann, wenn sich in Ihrem Leben beruflich oder privat etws verändert (z.B. Arbeitswechsel, beruflicher Aufstieg, Aufnahme oder Beendigung einer Lebenspartnerschaft, Geburt oder Adoption eines Kindes usw.) Ihre bestehende Vorsorge überprüfen.
  • Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seiner Entscheidung vom 19.10.2009 (AZ II ZR 240/08) nochmals wesentliche Kernsätze zur Verpflichtung der Gesellschafter eines geschlossenen Immobilienfonds (GbR) mit Blick auf Nachschusszahlungen zusammengefasst.

    Dabei gilt allgemein der Grundsatz, dass Anleger während der Laufzeit mit Blick auf § 707 BGB nicht zu Nachschüssen im sog. Innenverhältnis des geschlossenen Immobilienfonds verpflichtet sind.

    Eine Ausnahme besteht dann, wenn diese Nachschüsse bereits bei Abschluss des Gesellschaftsvertrags dort nach Höhe und Zeitpunkt konkretisiert waren.

    Das ist in den meisten Fällen nicht gegeben.

    Nach der aktuellen BGH-Entscheidung kann allerdings eine Nachschusspflicht der Anleger eintreten, wenn der geschlossene Immobilienfonds nach Entscheidung der Gesellschafterversammlung saniert werden soll. Dann kann eine neue Beitragspflicht entstehen.

    Der BGH gibt als Alternative dem sich weigernden Anleger allerdings ein außerordentliches Kündigungsrecht mit entsprechenden Folgen im Rahmen einer Auseinandersetzungsbilanz.

    HP

    Police auflösen

    Ein Hilfsbedürftiger mit Betreuungsbedarf muss eine private Lebensversicherung auflösen und den Rückkaufswert für die Betreuungskosten verwenden bevor er Hilfe vom Staat bekommen kann. Das hat das Landesgericht Koblenz entschieden. (Az. 2 T 570/09).

    HP

    Weihnachts-Betriebsrente

    Ein Arbeitgeber kann eine Weihnachtsgratifikation für Betriebsrentner nicht einfach streichen. Gewährt er den Rentnern in drei aufeinander folgenden Jahren vorbehaltlos eine Weihnachtsgratifikation in gleich bleibender Höhe zusätzlich zur Betriebsrente, so entsteht dadurch „eine betriebliche Übung“, die ihn zur Zahlung auch in den Folgejahren verpflichtet, urteilte das Bundesarbeitsgericht (Az. 3 ARZ 123/08).Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber angekündigt hat, er werde die Gratifikation nur noch drei weitere Jahre zahlen und dann einstellen.

    Das Landgericht (LG) Köln hat mit Urteil (Az. 23 O 154/09) entschieden, dass Verbraucher, deren Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherer wegen einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung im Schadensfall vom Versicherungsvertrag zurückgetreten ist, neue Hoffnung schöpfen dürfen. Versicherer können sich auch bei Altverträgen nicht mehr einfach für leistungsfrei erklären, wenn ein Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluß Vorerkrankungen zwar verschwiegen, dies aber weder vorsätzlich noch grob fahrlässig getan hat, d. h. Vorerkrankungen schlicht vergessen hat. Selbst grob fahrlässige Pflichtverletzungen geben dem Versicherer möglicherweise nur das Recht, den Altvertrag anzupassen, nicht aber vom Vertrag zurückzutreten.

    Entscheidend ist, ob das 2007 reformierte Versicherungsvertragsgesetz (VVG) in alter oder in neuer Fassung zur Anwendung kommt. Die alte Fassung des Gesetzes war für Verbraucher nachteilig. Jede Anzeigepflichtverletzung, egal ob fahrlässig, grob fahrlässig oder vorsätzlich, ermöglichte es dem Versicherer im Schadensfall vom Versicherungsvertrag zurückzutreten.

    Das neue VVG schließt das Rücktrittsrecht des Versicherers aus, wenn der Versicherungsnehmer seine Anzeigepflichten weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt hat. Strittig ist nun, ab wann bei Altverträgen, die vor dem 01.01.2008 geschlossen wurden, das neue VVG anzuwenden ist.
    Hier hatte das LG Dortmund entschieden (Az.: 2 S 27/09) und dabei auf den Schadenseintritt abgestellt. Demnach werde jeder Schaden, der vor Ende der einjährigen Übergangsfrist bis zum 31.12.2008 entstanden sei, gemäß des für den Verbraucher ungünstigen alten VVG behandelt.

    Das LG Köln hatte dem in seiner Entscheidung widersprochen: Entscheidend sei nicht, wann der Schaden eintrete, sondern wann der Versicherer wegen einer Verletzung der Anzeigepflicht vom Vertrag zurücktrete. Gehe das Rücktrittsschreiben des Versicherers dem Versicherungsnehmer erst nach dem 31.12.2008 zu, sei es unmaßgeblich, wann der Schaden eingetreten ist. In der vierten Auflage des Kommentars „Das Neue VVG kompakt“ von Dr. Sven Marlow und Udo Spuhl (beide Richter am Landgericht Berlin), der im März 2010 erscheinen wird, stützen die Versicherungsrechtler die verbraucherfreundliche Auffassung des LG Köln.

    Das Landgericht Dortmund hat mit Urteil vom 19. August 2009 entschieden (Az.: 2 S 41/08), dass ein Versicherungsnehmer, der seinem Versicherer gegenüber ganz offenkundig vorsätzlich falsche Angaben zum Rahmengeschehen eines Fahrzeugdiebstahls macht, keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen hat.

     

    Bei der beklagten Versicherung hatte der Kläger hatte für sein Motorrad eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen. Doch seiner vertraglichen Verpflichtung, im Versicherungsfall alles zu tun, was zur Aufklärung des Tatbestandes dienlich sein kann und einen Schadenshergang vollständig und zutreffend zu schildern, kam der Kläger nur bedingt nach. Nach Diebstahl seines Motorrads machte er zum vermutlichen Tatzeitpunkt und zum Ort des Geschehens seinem Versicherer gegenüber andere Angaben als bei der Polizei.

    Er hatte als Zeitpunkt des Abstellens des Motorrades in der Schadenanzeige den 9. November 2007 angegeben, während er der Polizei den 8. November genannt hatte. Wie sich herausstellte, hatte er auch die Frage „Was war der Zweck der Fahrt zum Abstellort?“ seinem Versicherer gegenüber nachweislich falsch beantwortet. Der Versicherer versagte dem Mann daraufhin wegen vorsätzlicher Obliegenheitsverletzung den Versicherungsschutz.

    Der Versicherer ließ den Einwand des Versicherten nicht gelten, dass es sich bei den Falschangaben um ein großes Missverständnis gehandelt und er sich durch die Fragen im Schadenformular überfordert gefühlt habe. Auch das von dem Kläger angerufene Dortmunder Landgericht fand dessen Einlassungen wenig überzeugend. Es wies die Klage als unbegründet zurück.

    Die Beweisaufnahme ergab, dass der Kläger aus welchen Gründen auch immer seinem Versicherer gegenüber vorsätzlich falsche Angaben gemacht hat. Er war nämlich nicht dazu in der Lage, plausibel darzulegen, warum seine Angaben in der Schadenanzeige von denen der Polizei gegenüber gemachten Schilderungen des Geschehens abwichen.

    Nach Meinung des Gerichts hat der Versicherer dem Kläger daher berechtigter Weise die Gefolgschaft verweigert. Denn Falschangaben zum Zeitpunkt des Rahmengeschehens eines Versicherungsfalls sind generell dazu geeignet, die Interessen eines Versicherers ernsthaft zu gefährden. Deswegen wird dem Versicherer die Möglichkeit genommen, gegebenenfalls eine Vortäuschung oder eine vorsätzliche Herbeiführung des Versicherungsfalls durch den Versicherungsnehmer zu beweisen.

    Die Entscheidung ist rechtskräftig.

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