Archiv für das Tag 'Tarifoptimierung'

So lautet die Überschrift eines Beitrages in der Financial Times Deutschland vom 22.11.2011.

Es geht um das verbriefte Wechselrecht (§204 VVG) in der privaten Krankenversicherung und das kundenunfreundliche Verhalten der Versicherer bei Anfragen nach einem Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft.
Der Bund der Versicherten (BdV) fordert eine gesetzliche Regelung, nach der die Versicherer ihren Kunden von sich aus über das Wechselrecht informieren und gleichzeitig die passenden Alternativen vorschlagen müssen. Dies ist zur Zeit nur bei Versicherten, die älter als 60 Jahre sind, verpflichtend.
Die Praxis zeigt, so der Bericht, dass Versicherer und deren Versicherungsvertreter den Tarifwechsel behindern, bzw. den Kunden versuchen von seinem Vorhaben abzubringen.

Von daher sei es auch kein Wunder, dass Unternehmen, Versicherungsmakler und Versicherungsberater PKV-Versicherten beim Tarifwechsel helfen. Allerdings hält Herr Köster vom BdV die Entgelte vieler Tarifwechselanbieter für zu hoch. “Die Beteiligung der Anbieter an den erzielten Einsparungen könnte falsche Anreize setzen. Der Tarif mit der größten Ersparnis muss nicht der Beste für den Kunden sein.” Deshalb rät der BdV zu einem Festhonorar.

Hier geht es zum Artikel: Kunden sollen bleiben, wo sie sind.

thobre

Jetzt vor Unisex schützen!

unisex-logo-mann-frauDer europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Versicherungen spätestens ab 21.12.2012 einheitliche Tarife für Männer und Frauen, sogenannte Unisex-Tarife, anbieten müssen.

Dies führt dazu, dass Männer zukünftig wesentlich niedrigere Renten erhalten als bei aktuellen Tarifen

Ihr Vorteil bei Vertragsbeginn vor Unisex

Schließen Sie Ihren Vertrag noch vor Einführung der Unisex-Tarife ab, ergibt sich ( für Männer) bei einem monatlichen Beitrag von 100€ folgender Vorteil:

unisex-rentenhohe

Auswirkung der Unisex-Tarife auf die Rentenhöhe

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Durch Uisex-Tarife werden die Rentenauszahlungen für Männer und Frauen angeglichen. Aufgrund der höheren Lebenserwartung von Frauen erhalten Männer in Zukunft eine geringere Rente als bei heute aktuellen Tarifen.

Männer sollten sich die höhere Rente noch vor der Einführungen der Unisex-Tarife sichern!

(Berechnungsgrundlagen für das aufgeführte Beispiel: Geburtsdatum 01.01.1980; marktüblicher Tarif; Geschlecht: männlich. )

Frauen können in diesem Jahr schon von den Unisex-Tarifen profitieren.

Der Volkswohl Bund bietet ab sofort Rente PLUS auch als Unisex-Tarif an. Gerade im Hinblick auf den in diesem Jahr noch höheren Garantiezins von 2,25% und das Mindestrentenalter von 60 Jahren ist dies ein Vorteil.

Für viele PKV-Versicherte ist die Erhöhung noch deutlicher ausgefallen, weil in ihrem Versicherungsvertrag ein bzw. mehrere Risikozuschläge vereinbart wurden. Diese Risikobeiträge erhöhen sich dann – leider- auch. Dies bedeutet für die Versicherten eine zusätzliche Beitragsbelastung.

Kleiner Exkurs: Ein Risikobeitrag wir erhoben, wenn trotz eines medizinischen Risikos Versicherungsschutz gewährleistet wird. Damit soll das erhöhte Risiko die Tarifkalkulation nicht zusätzlich belasten. Für das erhöhte Risiko bezahlt man quasi einen zusätzlichen Beitrag. Positiv: Trotz erhöhtem Risiko, der Versicherungsschutz könnte auch abgelehnt werden, bekommt man Versicherungsschutz.

Dies führt dann bei immer wieder kehrenden Beitragserhöhungen zu zusätzlichen Belastungen. Dabei wird oft vergessen, dass Risikozuschläge auch vermindert oder ganz aufgehoben werden können.

Wann kann man einen Risikozuschlag reduzieren?

Ganz einfach, wenn das Risiko nicht mehr besteht, oder, wenn das Risiko kleiner geworden ist.

Das Problem: Sie müssen selbst aktiv werden!

Diese Frage ist mir in den letzten Tagen besonders oft gestellt worden. Meist im Zusammenhang mit den 4 Wochen Sonderkündigungsrecht zur Beitragserhöhung. Hier gab es sehr oft Unstimmigkeiten.

Der Wechsel innerhalb der eigenen Gesellschaft ist i.a. Regel immer, d.h. zum nächsten Monatsbeginn möglich. Die 4 Wochen Sonderkündigungsrecht beziehen sich nur bei einem Wechsel zu einer anderen Gesellschaft.

Fazit: Der Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft kann jederzeit beantragt werden.

Gerade bei einem geplanten Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung sollte man sich die Bedeutung des Anrechnungsbetrages bewusst sein.

Was ist der Anrechnungsbetrag überhaupt?
Der Anrechnungsbetrag ist der Gegenwert, der für den Versicherten gebildeten Altersrückstellung. Der Anrechnungsbetrag ist die Differenz zwischen dem aktuellen Beitrag und dem Beitrag, der bei einem Neuabschluss (Eintrittsalter ist entscheidend für die Beitragsfindung) des Tarifes zu zahlen wäre.

Kann ich bei einem Wechsel des Versicherers meine bis dato gebildeten Altersrückstellungen mitnehmen?

Jein. Zwar ist es mittlerweile möglich, bei einem Wechsel der privaten Krankenversicherung Altersrückstellungen mitzunehmen, allerdings nur eingeschränkt. Im Schnitt verlieren Sie bis zu 80% der vorhandenen Altersrückstellungen. Das kann besonders für langjährig Versicherte von großem Nachteil sein. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie die Informationen zur Portabilität der Altersrückstellungen

Wie wirkt sich die Altersrückstellung bei Tarifwechsel aus?
Wird ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft vollzogen, werden die Altersrückstellungen auch auf den neuen Tarif übertragen. Das erwirkt natürlich eine noch größere Beitragsersparnis. Um das zu verdeutlichen, hier ein Beispiel:

umstellungsangebot

Ein 70 jähriger Versicherte wollte aufgrund einer Beitragserhöhung seines Vertrages Anfang 2010 in den Standarttarif wechseln. Der dafür aktuelle Tarifbeitrag betrug 593,04€. Der Anrechnungsbetrag von 451,65€ mindert den Zahlbeitrag auf 141,39€

Bei diesem Beispiel ist erkennbar, dass die Höhe des Anrechnungsbetrages massgeblich für die Beitragssituation der privaten Krankenversicherung im Alter ist.

  • Je länger bei einer Gesellschaft, desto größer der Anrechnungsbetrag.
  • Jeder Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung mindert Ihre Altersrückstellung.
  • In Zeiten der Beitragserhöhungen der Privaten Krankenversicherung werde ich oft gefragt, was bringt eine PKV-Tarifoptimierung überhaupt.

    In meinem Beitrag PKV-Optimierung habe ich das schon, wenn auch kurz, beschrieben.

    Vielleicht wird der Sinn einer PKV-Optimierung, dem Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft, mit folgendem Beispiel klarer:

    Nehmen wir einmal an, Sie würden sich ein nagelneues Auto kaufen. Fabrikat und Modell sind egal, entscheidend nur, dass dieses Fahrzeug exakt Ihren Vorstellungen und Wünschen entspricht. Die Fahrten mit Ihrem Auto sind mehr als zufriedenstellend, was will man mehr.

    Selbstverständlich werden alle vorgesehenen Inspektionen akkurat durchgeführt. Das ist natürlich bei einem neuen Fahrzeug auch finanziell überhaupt kein Problem. Die Unterhaltungskosten stimmen genau mit den vorgegebenen Daten des Herstellers überein.

    Alles ist gut.

    So vergeht ein Jahr und ein weiteres Jahr. Ungetrübte Freude am Fahren. Auch die Kosten sind im Lot.

    Im dritten Jahr bringt der Hersteller ein neues, baugleiches aber dem technischen Fortschritt entsprechendem Modell auf den Markt. Interessant, aber warum sollte ich wechseln. Ich bin zufrieden und es ist eh alles in Ordnung.

    Im vierten Jahr trübt sich dieses Bild, denn die Unterhaltungskosten sind gestiegen. Klar, mit der Zeit wird alles teurer. Warum sollte dies meine Freude am Fahren trüben.

    Das fünfte Jahr beginnt mit einem kleinem Schock. Die Unterhaltungskosten sind überproportional gestiegen. Naja, der Hersteller produziert nicht mehr so viele Ersatzteile für mein Modell – es wird halt teurer. Trotzdem habe ich noch Freude am Fahren, außerdem hält mein Auto ewig.

    Im sechsten Jahr kündigt mein Hersteller einen kompletten Relaunch meines Modells an. Genau am Puls der Zeit. Die weiterentwickelte Technik ist nicht mehr kompatibel zu meinem Modell. Mein Auto fährt, auch wenn die Kosten für die Unterhaltung schon wieder gestiegen sind.

    Im siebten Jahr reduziert der Hersteller die Produktion der Ersatzteile meines Modells. Ok, es gibt ja nur noch wenige meiner Modelle auf dem Markt. Leider steigen dadurch die Unterhaltungskosten meines Wagens. Aber, er fährt.

    An dieser Stelle beende ich jetzt einfach diese Geschichte, auch wenn man sie endlos weiterführen könnte.

    Tauschen Sie einfach das Auto-Modell mit Ihrer Privaten Krankenversicherung aus. Der Sinn und Notwendigkeit einer Tarifoptimierung der Privaten Krankenversicherung sollte jetzt klar sein.

    thobre

    Beitragserhöhung bei der DKV

    Manfred Walter von PKV-Financial geht in seinem Blogbeitrag Höhere Beiträge bei der privaten Krankenversicherung der DKV auf die Beitragserhöhung der DKV ein. Er beschreibt unter anderem, die Gründe für die Beitragserhöhung.

    Ergänzend sei noch zu erwähnen, dass die DKV einige Ihrer Tarife geschlossen hat ( Neukunden können sich nicht mehr in diesem Tarif versichern, Bestandskunden können nicht mehr in diesen Tarif wechseln).

    Bestandskunden dieser geschlossenen Tarife (wie z.B. der Tarif K95) sollten aus meiner Sicht jetzt handeln und innerhalb der DKV einen Tarifwechsel anstreben. Mittel- und langfristig führt das Verbleiben in einem solchen ‘Alttarif’ zu erheblichen, zusätzlichen Beitragserhöhungen.

    thobre

    PKV-Beitragsanpassung 2011

    Zur PKV Beitragsanpassung 2011 (Beitragserhöhung wäre wohl die richtige Bezeichnung) habe ich in den letzten Tagen einige Beiträge verfasst.

    Dieser Beitrag soll Ihnen als Übersicht dienen, zum schnellen Finden der für Sie wichtigen Informationen zur Beitragserhöhung.

  • Starke Belastung für Rentner
  • Quo Vadis PKV
  • FTD: Versicherer entsagen Tricks beim Vertrieb
  • Kapitalregeln treffen Kunden privater Krankenversicherer
  • Beitragserhöhungen in der Privaten Krankenversicherung! Was nun?
  • PKV – Tarifoptimierung
  • thobre

    Quo Vadis PKV

    Die Zeitschrift WirtschaftsWoche schreibt in Ihrer Ausgabe vom 8.11.2010 in Ihrem Artikel ‘Die Schlacht im Schaufenster’ über die Fehler im System der Privaten Krankenversicherungen.

    Müssten die Zeiten in der PKV nicht rosig sein? Weit gefehlt, stellt die Autorin Anke Henrich zu Recht fest. Trotz verbesserter politischer Bedingungen
    ( Verkürzung der Wartezeit zum Übertritt in die PKV ) sind die Aussichten trügerich.

    Folgende negative Kriterien führt die Autorin auf:

  • Durch die Finanzkrise erwirtschaften einige Versicherer nur noch niedrigere Erträge für die Altersrückstellungen. Beitragsanpassungen gerade für ältere Kunden sind dadurch unausweislich.
  • Provisionskrieg in der Branche. Die Branche kannibalisiert sich selbst.
  • Das Modell der Altersrückstellung wackelt.
  • Immer teurer. Die Anpassungen werden in diesem Jahr (2011) überproportional sein.
  • Günstige Einsteigertarife gießen zusätzlich Öl ins Feuer.
  • Die Versicherer rücken die Informationen nicht heraus
  • Skrupellose Vertriebler verwerten Ihre Kunden mehrmals.
  • Mit vielen der o.a. Kriterien werde ich tagtäglich konfrontiert. Deshalb möchte ich dies aus meiner Sicht kommentieren. Vorab dazu erst einmal
    einige grundlegende Aussagen:

    Die Entscheidung für die PKV sollte letztlich eine einmalige, lebenslange Entscheidung sein. Bei der Wahl des richtigen Anbieters kann die momentane Situation nicht alleine ausschlaggebend sein. Beitragsentwicklungen, Tariffestigkeit und die richtige Wahl des Anbieters müssen eine hohe Priorität bei der Wahl der geeigneten PKV haben (billig angelockt und später abgezockt, kann nicht im Sinne des Kunden sein)

    Der Wechsel von einer Gesellschaft zur anderen sollte auf jeden Fall vermieden werden.

    Mögliche Beitragsersparnisse sollten, mindestens jedoch teilweise, angespart werden (die Kosten zur Erhaltung unserer Gesundheit werden steigen)

    Zu den einzelnen Punkten:

    Niedrigere Altersrückstellungen: Die Altersrückstellungen sind entscheidend für die Beitragshöhe im Alter. Von daher ist es sehr wichtig, dass die gewählte Private Krankenversicherung auch in der Lage ist, diese ordentlich zu bilden. Nur mit einer guten Altersrückstellung ist die Private Krankenversicherung auch im Alter bezahlbar. Neben der richtigen Wahl des Versicherers ist auch die Wahl des Tarifs eine wichtige Komponente für die Altersrückstellung. Bei Billigtarifen werden i.a. Regel die niedrigsten Altersrückstellungen gebildet.

    Provisionskrieg: Lassen Sie sich nicht abzocken! Wenn ein Vermittler Sie nach Abschluss einer PKV zur nächsten Hauptfälligkeit in eine neue Gesellschaft transferieren möchte, hat er nicht Ihre Interessen im Sinn. Sie erleiden nur Verluste und laufen u. U. Gefahr Obliegenheitsverletzung zu riskieren.

    Altersrückstellung wackelt: Neben der Wahl des Versicherers spielt der vorhandene Tarif eine entscheidende Rolle. Ist mein Tarif geschlossen, wird er noch aktiv vom Versicherer angeboten? Viel zu oft werden Minderungen an den Altersrückstellungen in Kauf genommen, weil zu lange in alten und geschlossenen Tarifen geblieben wird. In aller Regel ist ein Wechsel in einen aktiven Tarif dazu noch günstiger.

    Beitragsanpassung 2011: Die Beitragsanpassung 2011 wird für viele recht happig ausfallen. Überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz und wechseln Sie in aktuelle Tarife. Diese sind meistens günstiger. Nach §204 VVG haben Sie ein Anrecht auf einen Wechsel mit gleichartigem Versicherungsschutz.

    Günstige Einsteigertarife: Glauben Sie wirklich, dass ein umfassender Krankenversicherungsschutz von ca. 59 Euro im Monat mittel- und langfristig machbar ist? Erfahrungsgemäß sind gerade solche Einsteigertarife Feuerwerke der Beitragsexplosionen. Ihre Krankenversicherung begleitet Sie lebenslang, deshalb informieren Sie sich umfassend und unabhängig.

    Versicherer rücken Informationen nicht raus: Die Kalkulationen sind geheime Kommandosache. Jahresbilanzen werden mit Ausnahme der Aktiengesellschaften nur spärlich veröffentlicht. Legt ein Versicherer neue, gleiche und günstigere Tarife auf, dürfen Sie nicht erwarten, dass er Sie darüber informiert. Gerade von ‘gebundenen Versicherungsvermittler’ können Sie hierbei wenig Hilfe erwarten. Sogenannte Minusumwandlungen bedeuten nicht nur Bestandsreduzierung, sondern auch Ärger mit der Vertriebsleitung, wenn nicht zusätzliche Produkte verkauft wurden.

    Skrupellose Vertriebler: Werden Sie hellhörig, wenn Ihr Ansprechpartner nach 12 oder 24 Monaten eine andere, neue, bessere und beitragssichere Krankenversicherung verkaufen möchte. Nicht immer ist das in Ihrem Interesse. Denken Sie bitte daran, dass vorhandene Altersrückstellungen in aller Regel unwiderruflich verloren sind.